SK Krumbach  - SK Zirndorf 4:4, 8. Spieltag (28.3.04)

Glück im Unglück!
In der 8. Runde stand beim SK Krumbach schon der definitve Abstieg im Raum, sollten wir wieder verlieren. Krumbach hatte mit den Brettern 1-8 alles an Bord, wir spielten wie üblich ohne Jürgen Pichler. Die Papierform ließ ein ausgeglichenes Match erwarten. Nach drei Stunden schienen alle unsere Wünsche in Erfüllung gegangen zu sein. Wir führten 3:1 und hatten zwei klar vorteilhafte und zwei unklare Stellungen. Das 3:1 entstand durch ein 16- zügiges Remis von mir gegen GM Lechtynsky, nachdem ich mit Weiß nichts aus der Eröffnung herausholte und die Stellung bereits verflacht war, durch ein ebenso schnelles Remis von Wolfgang mit Schwarz, der mit Jänisch Ausgleich erreichte sowie durch zwei beeindruckende Siege von Jan und Hartmut. Jan erkannte schneller als sein Gegner, dass das Turmendspiel mit Minusbauer dennoch klar vorteilhaft war. Als es der Krumbacher realisierte, war es bereits zu spät, der d-Bauer lief durch. Hartmut kombinierte in einem Pirc-ähnlichen Aufbau mit Weiß seinen Gegner aus. Die Drohungen entlang der f-Linie und der 7. Reihe waren zuviel für Schwarz. Bei einem Spaziergang mit Wolfi kalkulierten wir eigentlich nur noch die Höhe unseres Gesamtsieges, doch nach der Rückkehr erlebten wir die üblichen Schicksalsschläge: Hubert übersah in einem Schwerfigurenendspiel den sofortigen Killer (Txg6 fg6; De7+! und der Turm f8 fällt mit Schach und Gewinn!), verschmähte auch Remisabwicklungen und blieb auf einem hoffnungslosen Endspiel mit zwei Minusbauern sitzen. Frank verlor nach einem gegnerischen spekulativen Figurenopfer die Kontrolle über seine Stellung, und nach zwei bis drei ungenauen Zügen war es plötzlich aus. Gerhards Igel blieb lange unklar, doch am Ende tötete ihn sein Gegner mit einem Damenopfer. 3:4! War das der Abstieg? Noch spielte Peter, der zwischenzeitlich nach sehr subtilen Manövern (ohne Ironie!!) mit Mehrquali für einen Bauern gewinnträchtig stand, doch in gegnerischer Zeitnot einen weiteren Bauern einstellte und nun gar nix mehr hatte - außer vielleicht eine schlechtere Stellung! Doch sein Gegner "belebte" die Stellung durch eigenartige Bauernzüge am Königsflügel, so dass Peter einen freien h-Bauern hatte und somit wieder alles drin war. Die zweite und finale Zeitkontrolle näherte sich, vor allem für den Krumbacher, der immer nervöser wurde. Hack, hack, hack und plötzlich waren nur noch Turm (Peter) gegen Springer (Krumbacher) am Brett. Der Gegner reklamierte sofort remis, der Schiri erklärte, er werde den weiteren Verlauf beobachten. In großer Zeitnot produzierten beide noch etwa 10 Züge, dann fiel Krumbachs Hammer. Inzwischen war der Springer weit weg von seinem König, objektiv war die Stellung verloren. Nun ergriff der Referee das Wort: "Schwarz hat die Zeit überschritten, ich erkläre die Partie als gewonnen für Weiß. Der Schwarze hat es nicht geschafft, den Springer beim König zu lassen, also hat Weiß Fortschritte gemacht." Wir versuchten euphorisch, Peter zu gratulieren, doch der war völlig runter mit den Nerven. Ihm war es (in Verkennung der Regeln) peinlich, so zu gewinnen. Erst eine psychische und regelkundliche Nachbearbeitung auf der Heimfahrt ließ ihn seinen Sieg akzeptieren. Außerdem war es ein prima Fall, um über Varianten des Geschehens zu spekulieren: Was, wenn der Krumbacher schon nach 3 Zügen mit Springer gegen Turm gefallen wäre? Da war der Springer noch beim König. Meine Meinung: die schwächere Partei hat noch nicht hinreichend gezeigt, dass sie verhindern kann, dass die Turmseite Fortschritte macht, also gleiche Entscheidung.
Anyway, wir sind wieder im Geschäft. Schwabach und Schwabing verloren beide klar, so dass wir faktisch nicht mehr Letzter werden können (Die zwei Schwa's treffen in der letzten Runde aufeinander). Wenn Pasing seinen 4.-letzten Platz in der 2. Liga Süd hält und Bindlach in der 2. Liga Ost nicht höher als 2:6 (+ weitere Randbedingungen) verliert, und nicht irgendwelche Rückzüge am grünen Tisch alles über den Haufen werfen, steigt bei uns nur einer ab. Auf der sicheren Seite sind wir allerdings nur, wenn wir gegen Noris-Tarrasch den letzten Kampf gewinnen, und das wird schwer, da NT mit einem Sieg aufsteigen würde. Abwarten, wir sind im Aufwind!

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SK Zirndorf  - SC Kötzting 3½:4½, 5. Spieltag (18.1.04)

Die Seuche an den Fingern! (Bericht diesmal von Th. Bildt) 
Was ist nur los in dieser Saison? Natürlich waren die mit vier (!) IMs angereisten Oberpfälzer klare Favoriten. Aber der Wettkampf ging leider wieder einmal mehr als unglücklich in die Hose. Insgeheime Hoffnungen (vorne Schadensbegrenzung - hinten Punkte holen) gingen nicht in Erfüllung, an 7 Brettern nominelle DWZ-Unterlegenheit war zuviel.  Bitter besonders die Niederlage unseres einzigen Bretts mit besserer DWZ. Aber vielleicht hat die Schachgöttin Caissa im nächsten Match noch ein Einsehen, es muss ja nicht immer so besch... laufen.
Die Partien waren alle auf ordentlichem Niveau, aber eine ragte heraus: W. Heimrath  (kommentierte Partie) atomatisierte die Stellung seines Gegners schon in der Eröffnung und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige (natürlich nur schachlich gesehen!). Sowohl V. Kraft als auch G. Reis zeigten keine Blöße: die IMs konnten nichts ausrichten, die Stellungen blieben ausgeglichen und wurden remis. Hübsch anzusehen ist auch die Partie von F. Strube, der immerhin einen 2400-er aushebelte. Auch das remis von P. Wiemer verdient Beachtung.  Über die schmerzlichen Niederlagen von den anderen drei wackeren Kämpfern möge sich der geneigte Leser durch das Nachspielen Partien informieren: Teilweise sehr, sehr blöd gelaufen. 

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SK Passau - SK Zirndorf 4½:3½, 3. Spieltag (23.11.03)

Knapp unterlegen!
Im 3. Kampf konnten wir zum dritten Mal nicht unser Spitzenbrett Jürgen Pichler und unseren Mannschaftsgeist Hartmut Riedel aufbieten. Beim Tabellenführer Passau waren wir dennoch optimistisch, eine Überraschung schaffen zu können, denn in den letzten Jahren hatten wir „Bibertstädter“ oft gut ausgesehen gegen die „Dreiflüssestädter“.
Passau spielte mit seiner tschechischen Doppelspitze Razik und Velicka, es spielten 8 der Top 9. Ich gehe die Bretter von vorne nach hinten durch: An 1 hatte ich nach 3 Zügen eine Stellung auf dem Brett, die ich nicht mehr kannte, und nach 4 Zügen kennt sie auch meine Datenbank nicht mehr, es musste also von Anfang an das Hirn eingeschaltet werden. Nach meinem 13. Zug entschloss sich der tschechische IM, einen Bauern zu geben, da er ansonsten sehr passiv stünde. In der Folge (und der Analyse) zeigte sich, dass Schwarz tatsächlich nahezu vollwertige Kompensation für den Mops hat. Nach einigen Grabenkämpfen kam die Zeitnot, in die vor allem mein Gegner geriet. Dennoch fand er im 35. Zug einen tollen Zug (35…e4!), der mich ebenfalls in Zeitnot brachte. Nachdem der Staub verzogen war, hatte ich immer noch den Mehrbauern, doch Schwarz hatte immer noch Kompensation. Meine letzten Gewinnversuche scheiterten, und ich musste in eine Remisschaukel einwilligen. Brett 2: Jan hatte als Schwarzer gegen Velicka keine leichte Aufgabe, doch seine Aljechin-Verteidigung erwies sich zunächst als sehr solide. Ein Bock im 17. Zug (f6?) kostete Jan einen Bauern und er musste einen Nachteil durch die Partie schleppen. Dennoch erreichte er ein Turmendspiel mit sehr guten Remischancen, die er aber mit 49…Kf4?? verspielte. Dadurch gelangte der b-Bauer nach b4 und die Partie ist verloren. An Brett 3 versuchte sich Hubert an einem c3-Sizi, konnte aber nie einen ernsthaften Vorteil erspielen, so dass das Remis logisch war. Gerhard (4) hatte eine sehr solide Partie mit seinem Grünfeldinder gegen Wolfgang Kaiser und einigte sich als erster auf die Punkteteilung. Frank (5) zeigte sich in der Eröffnungsanlage seinem Gegner überlegen und erreichte eine gewinnträchtige Stellung. Doch er verpasste den K.o.-Schlag und der Vorteil verflüchtigte sich ins Fast-Nichts. Am Schluss war es nur remis. Wolfgang (6) verteidigte ein minimal schlechteres Endspiel über einige Stunden, das erst kurz vor Schluss ernsthaft schlechter stand. Doch beim Stande von 4:3 für Passau musste er das Remisangebot des Gegners annehmen, da er bestenfalls Unentschieden erreichen konnte. Hans (7) spielte den dritten c3-Sizi auf unserer Seite, und er machte leider wieder einen Eröffnungsfehler (wie schon im ersten Saisonkampf), nach dem er ganz traurig und perspektivlos stand. Sein Gegner nutzte dies auch konsequent aus (0:1). Unser einziger Sieg wurde von Peter (8) beigesteuert, der nach einer nicht so tollen Eröffnung seinen Gegner einfach überspielte und man den Eindruck gewann, er kanns ein Stück besser wie sein Gegenüber.
Unterm Strich also ein 3,5:4,5, das leicht ein 4:4 hätte sein können (vergebene Chancen von Jan und Frank). Um dem Abstieg zu entrinnen, ist im nächsten Kampf gegen Schwabach ein Sieg Pflicht.

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SK Zirndorf - Schwabinger SG 4:4, 2. Spieltag (02.11.03)

Punkt verloren!
Die 2. Runde der Oberliga hatte schon den Charakter eines Existenzkampfes. Unser Gegner Schwabing gilt als einer der Kandidaten, die statt unsereiner den Weg in die Landesliga gehen könnten. 20 Minuten nach 10 Uhr war allerdings von Schwabing nur ein Spieler da, was dem Schiedsrichter ermöglichte, einige Aspekte der Wettkampfregeln zu eruieren und in die Tat umzusetzen. Zum Beispiel durfte der einsame Münchner keinen Zug machen, bis seine Mannschaft endlich zu viert war (so um 10 Uhr 25). Ein Auto fehlte allerdings noch, sie waren im Tangenten-Gewirr rund um Zirndorf verfangen, und unser Hubert betreute einen der Anwesenden aus Schwabing am Handy, um gute Ratschläge für die Anfahrt zu geben. Ob es nun an Huberts Kommandos oder an den Verständnisschwierigkeiten der Schwabinger lag, jedenfalls tauchten die letzten Münchner reichlich spät auf im Lokal, und ich notierte auf mein Formular zum ersten Zugpaar: 1. c4 (48 min) c5 (0 min). Etwas schockierend für uns war, dass die Schwabinger 8 aus den ersten 9 ihrer Meldeliste aufgeboten hatten, während sie bei ihrem vorhergehenden Heimkampf erhablich ersatzgeschwächt waren. Bei uns dann natürlich allgemeines Gejammer, dass die Vorbereitung für die Katz war. Den größten Stress mit der problematischen Anfahrt hatte offenbar Wolfgangs Gegner, der das Handy bedienen musste und Huberts Einflüsterungen weitergab. Denn nach 13 Zügen musste er bereits kapitulieren! Wolfgang hatte seine (unter uns, inkorrekte) Grampfvariante 1. e4 e6 2. c4 d5 3. cd ed 4. Db3 de4: 5. Lc4 ausgepackt und den Schwabinger schwindelig gespielt. Ein Rundgang an den Brettern gab dann zu größten Hoffnungen Anlass, denn klar vorteilhafte Stellungen von Gerhard und mir standen keine deutlich nachteiligen Stellungen gegenüber. Und wir hatten ja überall eine Zeitvorgabe! Nach 3,5 Stunden und vor Beginn der großen Zeitnot führten wir auch erfreulicherweise 3,5 zu 1,5. Gerhard überspielte seinen Gegner aus der Eröffnung heraus und ließ keine Luft mehr rein. Ich selbst opferte nach 12 Zügen eine Quali für einen Bauern, das Läuferpaar und positionelle Vorteile. Das brachte Eugen Kurz so aus dem Konzept, dass er gleich die Quali wieder zurückgab, ohne allerdings den Bauern wieder zu bekommen. Mit Mehrbauer und herrlichen Springerfeldern im Zentrum war es nicht so schwierig, den Punkt einzufahren. Jan hatte seine Partie remis gegeben, da der Wettkampf so gut stand. Wie er sagte, stand er aber eindeutig besser (verpasste Chance!). Für den ersten Rückschlag sorgte Frank, der in etwa ausgeglichener Stellung und mit dynamischen Mittelspielmöglichkeiten glatt eine Figur einstellte und sofort aufgab. Hubert hatte inzwischen gezielt taktische Tricks ausgepackt, um seinen Gegner abzukochen, doch leider ging der Schuss nach hinten los, er verlor einen Bauern mit schlechter Stellung. Die Partie war danach nicht mehr zu halten. Zwischenstand nach der Zeitnot: 3,5 zu 2,5 und es spielten noch Hans und Peter. Hans hatte ein etwa ausgeglichenes Turmendspiel auf dem Brett (vor der Zeitnot war es wohl besser für den Gegner), und Peter musste sich die Folgen der Zeitnotphase betrachten: Nachdem er vorher mehrfach auf Gewinn stand, hatte er zuletzt zugelassen, dass sein Gegner unter günstigsten Umständen seinen Springer gegen den Bauernschutz vor Peters König opfern konnte. Mit Dame und Turm fiel er nun über den König her, uns trotz eines 40-minütigen Nachdenkens im 41. Zug fand Peter keine Rettung mehr (es gab auch keine). Da Hans schon vorher sein Turmendspiel remisierte, endete der Wettkampf für uns unglücklich 4:4. Wir haben einen Punkt verloren, und es wird sicher nicht leicht, beim Tabellenführer Passau in der 3. Runde das wieder zu kompensieren.

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SC Bamberg - SK Zirndorf 5:3, 1. Spieltag (12.10.03)

Sicherlich waren die Bamberger leichte Favoriten, zumal Jürgen Pichler und Hartmut Riedel nicht spielen (konnten). Nach zwei Kurzremisen von Frank Strube und Wolfgang Heimrath (vorbereitet auf den Vorstoß-Caro-Kan) düsterte sich die Lage ein. Hans Kraft stellte in der Eröffung mit Weiß einen glatten Bauern ein und hatte auch schon ein Endspiel auf dem Brett. Jan Dey stand im Aljechin nach einer fiesen Eröffnungsfalle grausam. Peter Wiemer verklemmte seine Klötzchen auf der schwarzen Seite eines Aljechin-Chatard-Franzosen. Auf der positiven Seite stand wenig, wenn man von meiner optisch schönen Stellung absieht. Nach 2 Stunden war Jan durch ein Figuren- und Damenopfer ausgelöscht worden, wobei man ihm zugute halten muss, dass er nur einen Fehler in der Partie gemacht hat, aber der war eben bereits zuviel. Hans spielte inzwischen findig und machte es seinem Gegner maximal schwer, seinen Mehrbauern zur Geltung zu bringen. Inzwischen stand Gerhard Reis etwas bedenklich, aber mit passablen Remis-Chancen. Hubert Seibold hatte nach meinem Dafürhalten ein etwa ausgeglichenes Endspiel, doch die Zeitnot lauerte. Ich selbst hatte inzwischen das Gefühl, dass die Zeit gekommen ist, eine Figur zu opfern, doch ich unterschätzte die Verteidigungsressourcen der schwarzen Gummi-Wand. Stattdessen war es besser, die Position zu verstärken und Pribyl weiter zu massieren. Und noch besser wäre es gewesen, im 22. Zug mit Sa2 (Fritz) forciert zu gewinnen, eine Möglichkeit, die mein Gegner und ich auch während der Analyse nicht entdeckten. Der Witz ist, dass in allen Varianten (mit h5-h6 und fxg6) irgendwann das tödliche Db3+ kommt. Wie auch immer, die kurze Hoffnung, dass mein Gegner die Zugwiederholung im 26.-28. Zug mitspielen würde, zerschlug sich und es ging dahin. In der üblichen Zeitnotphase patzte IM Meister gegen Hubert (ich habs nicht gesehen), so dass wir unseren ersten vollen Punkt einfuhren. Dafür verpasste Gerhard das mögliche Remis im Turm+Läufer-Endspiel mit beiderseitigen Freibauern und musste kapitulieren. Der Zwischenstand von 2:4 beendete immer noch nicht alle Hoffnungen, da Hans inzwischen mit seinen Türmen auf die siebte Reihe des Gegners eingedrungen war und mit Mattdrohungen operieren konnte. Doch er schnappte sich bei knapper Bedenkzeit den falschen Bauern (statt Txa7 hätte Txg7 gewonnen) und musste ins Remis einwilligen, da der Gegner ebenfalls mit seinen Türmen Grundlinienmätter anvisierte. Zuletzt einigte sich Peter mit seinem Gegner auf remis in einer Partie, die ich bestimmt nicht verstehen werde. Endstand 3:5, und wir müssen zugeben, dass das Ergebnis den gezeigten Leistungen entsprach. Fazit: Der Klassenerhalt wird in diesem Jahr eine superschwere Aufgabe für uns.

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